Handschrift verbessert die Merkfähigkeit

Konzentration und Merkfähigkeit sind nicht nur in Prüfungsphasen, sondern auch im Alltag die Basis für Leistungsfähigkeit – und Lebensqualität. Wirkt sich die Digitalisierung unseres Lebens eigentlich auf die Erinnerungsfähigkeit unseres Gehirns aus? Forschende aus Japan haben dazu Versuche gemacht – und den Gehirnen ihrer 48 Proband:innen währenddessen mittels MRT beim Arbeiten “zugeschaut”.

Was man schreibt, das bleibt 

Die Ausgangsfrage: Macht es einen Unterschied, ob wir uns Informationen, die wir uns merken möchten, analog auf Papier, mit einem digitalen Stift auf ein Tablet oder über den Handy-Touchscreen schreiben? Die Antwort war verblüffend deutlich: Analog Geschriebenes bleibt besser “hängen”. Zwischen der Eingabe mit dem digitalen Stift und der Tastatur bestand kein messbarer Unterschied. In der Papier-Gruppe wurde allerdings eine spezielle Hirnregion besonders aktiviert, die unter anderem mit Visualisierung verbunden ist. Nebenbei waren die 18-29-jährigen Teilnehmer:innen bei der Eingabe von Daten in einen analogen Kalender auch noch schneller als mit einer entsprechenden App. “Unsere Take-Home-Botschaft ist, Papier-Notizbücher für Informationen zu verwenden, die wir lernen oder auswendig lernen müssen”, sagt Kuniyoshi Sakaivon der Universität in Tokyo. 

„Mentales Training“ 

„Wer rastet, der rostet“ - oder wie die englischsprachige Forschergemeinschaft es formuliert: „Use it or lose it.“ Das Gehirn muss trainiert werden, um leistungsfähig zu bleiben. Spezielle Programme oder Übungen zum „Gehirnjogging“ sind dafür aber normalerweise nicht nötig. Effektiv ist alles, was die grauen Zellen fordert: Bildung, Mehrsprachigkeit und mental anspruchsvolle Berufe sind eine besonders gute Grundlage, die Leistungsfähigkeit seines Gehirns bis ins hohe Alter zu erhalten.  Aber auch stimulierende Hobbys, Lesen und soziale Kontakte sind alltägliche Gehirnübungen. In unserer Broschüre zu Konzentration und Hirnleistung haben wir einige Übungen zusammengestellt. Nach den neuen Erkenntnissen aus Japan könnte es sich auch lohnen, den Einkaufszettel mal wieder auf Papier zu schreiben – und nach Gedächtnis einzukaufen. Vor dem Verlassen des Geschäftes dient der analoge Zettel dann nur noch als Sicherheits-Checkliste.
 

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