Studie: Gesunder Lebensstil als Jungbrunnen

Älter werden wir alle, aber eilig hat es damit niemand. Weltweit suchen Forschende nach Möglichkeiten, die Folgen des Alterungsprozesses auf den Körper zu verzögern. Inzwischen gibt es erste Erfolge.

In Tierversuchen zum “Anti-Aging” kommen teilweise Medikamente zum Einsatz, die in den Stoffwechsel eingreifen und entsprechende Nebenwirkungen haben können. Eine Forschergruppe aus Washington dagegen hat nun die Auswirkungen eines gesünderen Lebensstils auf den Alterungsprozess untersucht und eine ermutigende Entdeckung gemacht: Mit gesunder Ernährung, ausreichendem Schlaf und Sport ließ sich die biologische Uhr nicht nur anhalten – sondern sogar zurückdrehen. 

DNA-Uhren messen das “wahre Alter”

Zur Messung des biologischen Alters (im Unterschied zum rein rechnerischen, chronologischen Alter) werden Veränderungen am Erbgut (DNA) herangezogen, die sich im Verlauf des Lebens ganz natürlich einstellen. Modifikationen im Umfeld des Erbgutes, die nicht die Gene selbst betreffen, fasst man unter dem Begriff Epigenetik zusammen. Beispielsweise lagern sich bestimmte kleine Biomoleküle an die DNA an, Wissenschaftler:innen sprechen von Methylierungen. Solche DNA-Veränderungen können als epigenetische Uhr gelesen werden und erlauben Aussagen darüber, wie schnell der Körper gealtert ist. 

Für die Studie aus Washington stellten 43 gesunde Männer zwischen 43 und 72 Jahren ihren Lebensstil zwei Monate lang um: Sie trieben täglich eine halbe Stunde Sport, schliefen mindestens sieben Stunden pro Nacht und führten Atemübungen zur Entspannung durch. 

Ernährung als wichtiger Hebel

Besonderes Augenmerk lag auch auf der Ernährung: Es gab wenig tierische Eiweiße und Kohlenhydrate, dafür aber viel Gemüse. Außerdem sollten die Studienteilnehmer zwischen 19 Uhr abends und 7 Uhr morgens keine Nahrung zu sich nehmen, also eine gemäßigte Form des Intervallfastens einhalten. Zusätzlich ergänzten sie ihre Ernährung mit sekundären Pflanzenstoffen und Probiotika. “Wir haben einen Speiseplan entwickelt, der besonders viel von den Nährstoffen enthält, die für den Methylierungszyklus wichtig sind”, erklärt Kara Fitzgerald vom Institute of Functional Medicine in Washington. Diese seien vor allem in grünen Gemüsen, Kohl, Nüssen und Saaten enthalten. 

Mehr Forschung ist nötig 

Die Forschenden berichten, die DNA-Methylierungsuhr der Teilnehmer sei in den acht Wochen im Schnitt um zwei Jahre zurückgedreht worden. Die kleine Pilotstudie ist allerdings - auch aufgrund der kurzen Beobachtungszeit - nur ein erster Hinweis darauf, wie stark der eigene Lebensstil sich auf das biologische Alter auswirkt. Gerade die kurzfristigen Effekte machen aber deutlich, dass nebenwirkungsfreie Veränderungen zu einer gesünderen Lebensweise die genetische Uhr tatsächlich beeinflussen können. 

 

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